Exposition

Der Pfälzerwald (auch Haardtgebirge genannt) ist das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland und eine der größten zusammenhängenden europäischen Waldflächen. Bei einer Ausdehnung von über 160.000 Hektar sind mehr als 90 Prozent von Wald bedeckt. Der Pfälzerwald wird durch Gesteine des Buntsandsteins und darunter liegenden Formationen des Zechsteins aufgebaut. Verwitterung und Abtragung haben eine vielfältige Mittelgebirgslandschaft mit einem dichten, tief eingeschnittenen Talsystem und vielfältigen Bergformen entstehen lassen. Dabei bilden die harten und widerstandsfähigeren Gesteine des unteren und mittleren Buntsandsteins ein Schichtstufenrelief, dessen Stufen vor allem im Norden und Osten das Landschaftsbild prägen, während im südöstlichen Pfälzerwald eher isoliert stehende Bergformen dominieren, die durch Verebnungsflächen getrennt sind.

Sensitivität

Im 20. Jahrhundert erfasste der allgemeine Strukturwandel auch die Region des Pfälzerwaldes, die in zunehmendem Maße in übergeordnete Wirtschafts- und Verkehrssysteme integriert wurde. Aus abgelegenen Waldbauerndörfern wurden bei entsprechender Infrastruktur Gemeinden mit Dienstleistungscharakter, wobei die berufliche Tätigkeit häufig nicht vor Ort, sondern in weiter entfernten Mittel- und Oberzentren ausgeübt wird.

Wohnortnahe Industriebetriebe sind im Gebirge dagegen seltener oder wurden abgebaut, wie beispielsweise die Schuhindustrie, was vor allem in den 1980er und 1990er Jahren verstärkte Arbeitslosigkeit und Abwanderungstendenzen verursachte. Darüber hinaus schaffen die tiefgreifenden demografischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte weitere strukturelle Probleme, von denen abgelegene Gemeinden in dünn besiedelten Gebieten aufgrund von Bevölkerungsabnahme, -überalterung und -abwanderung besonders betroffen sind.

Gleichzeitig hat der Pfälzerwald aber in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts als Erholungs- und Freizeitraum von besonderem ökologischen Rang zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies schlägt sich in verschiedenen touristischen Konzepten und Aktivitäten nieder, die der einheimischen Bevölkerung zusätzliche Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten eröffnen und den oben beschriebenen Strukturveränderungen entgegenwirken können.

Auf einer Fläche von rund 1620 qkm leben im Naturraum Pfälzerwald nur etwa 100.000 Menschen (ohne Kaiserslautern).

Anpassung

In diesem Naturraum gibt es Kommunen, die am Projekt KlimawandelAnpassungsCOACH RLP teilgenommen haben. Während der Projektlaufzeit (zwischen April 2018 und März 2021) wurden sie zum Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels beraten, auf ihrem Weg zur Anpassung begleitet und bei der Integration des Themas in Verwaltungsabläufe unterstützt. In insgesamt 15 Kommunen (Ortsgemeinden, Städten, Verbandsgemeinden und Landkreisen) wurden mit den Verwaltungen und externen Akteuren über Workshops und vertiefende Themengespräche Themenfelder eingegrenzt und Maßnahmenschwerpunkte gesetzt. In allen Kommunen wurde eine erhebliche Sensibilisierung für das Thema erreicht, viele Aktivitäten wurden angestoßen (beispielsweise die Einrichtung von Arbeitsgruppen) und einzelne Maßnahmen konnten sogar innerhalb der Beratungszeit schon umgesetzt werden. Projektträger war die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen unterstützte das Projekt als Kooperationspartner. Als Auftragnehmer fungierte das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries. Weitere Partner waren der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie das Landesamt für Umwelt (LfU RLP), die RLP AgroScience GmbH, die Gartenakademie des DLR Rheinpfalz und das Holzbau-Cluster RLP.