Exposition

Naturraum

Bei Mainz wendet sich der Rhein aus der Nordrichtung nach Westen, ehe er bei Bingen in das enge Durchbruchstal durch das Rheinische Schiefergebirge fließt. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich der Rhein 200-300 m tief in das sich hebende Rheinische-Schiefergebirge eingetieft. Das Mittelrheingebiet ist deutlich in drei Teilbereiche gegliedert: die Engtalabschnitte des Oberen Mittelrheintals und Unteren Mittelrheingebiets sowie die dazwischen liegende breite Beckenlandschaft des Mittelrheinischen Beckens. Aufgrund seiner einzigartigen Ausprägung wurde das Obere Mittelheintal zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das mittelrheinische Becken ist eine intensiv landwirtschaftlich genutzte und stark siedlungsgeprägte Landschaft. Das Becken ist in seinem zentralen Teil, der Neuwieder Rheintalweitung, eben. Es steigt zu den Rändern hin an und geht dann in ein welliges bis hügeliges Gelände über. Auf den Terrassenhochflächen sind Vulkanberge prägend.

(Quelle: Naturschutz Rheinland Pfalz: Großlandschaft 29)

Klimawandel

Das Mittelrheintal steht klimatisch zwischen dem weitgehend atlantischen nordwestdeutschen Klimaraum und dem kontinentalen oberrheinischen Klimaraum. Überwiegend sind jedoch warme bis heiße Sommer aufgrund des kontinentalen Einschlags. Mit 40 bis 48 Tagen im Jahr, an denen die Temperatur die 25 °C Grenze erreicht oder überschreitet, gehört der Mittelrhein zu den wärmsten Landstrichen Deutschlands. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen je nach Region zwischen 8,0 und 11,0 °C. Die mittleren Niederschläge liegen zwischen 425 und 950 mm im Jahr.

Auswahl Klimadiagramme 1971-2000

Durch Klick auf den Stationsnamen wird das Klimadiagramm der jeweiligen Klimastation für den Zeitraum 1971 bis 2000 angezeigt.

Zeitreihen



Zukunftsprojektion

Weitere Informationen zum Klima und zum Klimawandel in der Region Mittelrhein finden Sie unter der Rubrik Daten & Fakten. Bitte wählen Sie unter dem Menüpunkt Region: Mittelrhein.

Sensitivität

Landnutzung

Ackerland

Grünland

Weinbau

Obstbau

Laubwald

Nadelwald

Mischwald

Siedlung

45.017 ha

14.686 ha

1.099 ha

1.760 ha

19.837 ha

1.897 ha

5.824 ha

18.710 ha

(39,3 %)

(12,8 %)

(1,0 %)

(1,5 %)

(17,3 %)

(1,7 %)

(5,1 %)

(16,4 %)



Wirtschaft

Der mit rund 81% größte Anteil der Unternehmen im Mittelrheingebiet ist dem Dienstleistungsgewerbe zuzuordnen. Räumlichen Schwerpunkt bildet dabei die Stadt Koblenz. Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei spielen mit 3% trotz traditioneller kulturlandschaftsprägender Funktion eine vergleichsweise geringe Rolle. Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten im Kernbereich des Oberen Mittelrheintals sowie der dort vielfach vorhandenen naturschutzfachlichen Auflagen ist hier nur ein schwacher Industriebesatz zu verzeichnen.

(Quelle: Masterplan Welterbe Oberes Mittelrheintal – Herausforderungen und Visionen für die zukünftige Entwicklung, Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz)

Im Mittelrheingebiet leben rund 550.000 Menschen auf einer Fläche von 1144 qkm. Die größten Städte sind Koblenz (112.000 EW), Neuwied (64.000 EW), Andernach (19.000 EW) und Bad-Neuenahr-Ahrweiler (27.000 EW).

Wichtige Handlungsfelder

In der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel sind 14 sektorbezogene Handlungsfelder beschrieben, die bei der Anpassung an den Klimawandel von Bedeutung sind. Viele Handlungsfelder sind für alle Regionen in Rheinland-Pfalz gleichermaßen relevant. Im Folgenden werden aufgrund der oben genannten Punkte nur für Ihre Region besonders wichtige Handlungsfelder genannt:

Vorkommen der Asiatischen Buschmücke

In den Naturräumen Mittelrhein und Osteifel wurden in den Jahren 2011 und 2012 an verschiedenen Standorten Nachweise für das Vorkommen der Asiatischen Buschmücke Aedes japonicus japonicus erbracht (Kampen et al., Parasit Vectors. 2012; 5: 284. doi: 10.1186/1756-3305-5-284). Beispielsweise in Linz und Bad Hönningen wurden Larven dieser Mückenart nachgewiesen. Die Asiatische Buschmücke gilt als invasive Art und ist potentieller Krankheitsüberträger verschiedener exotischer Krankheiten, wie zum Beispiel dem West-Nil-Virus und dem Dengue-Fieber. Der Klimawandel kann die Entwicklungsbedingungen für Mückenlarven verbessern durch die Zunahme von Starkregenereignissen mit nachfolgend warm-trockenem Wetter. Die Verbreitung der Krankheitserreger ist jedoch maßgeblich durch die Wirte bestimmt, daher hat der Klimawandel hier vermutlich keinen Einfluss.

Für weitere Informationen siehe Handlungsfeld Gesundheit.

Mittelrhein