Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Landschaftswasserhaushalt aus?

Der Landschaftswasserhaushalt eines Gebiets steht in direktem Zusammenhang zu dessen klimatischen Bedingungen und bedingt zu einem großen Anteil die Form der Landnutzung sowie die natürliche Vegetation. Die Veränderungen des Klimas in Folge des Klimawandels (steigende Mitteltemperaturen sowie trockenere Sommer und feuchtere Winter) werden den Landschaftswasserhaushalt und somit auch das Wasserangebot einzelner Standorte beeinflussen, welches in engem Zusammenhang zu der Form der Landnutzung sowie dem Wachstum der Vegetation steht. Speziell schlecht wasserversorgte Standorte mit geringmächtigen Böden werden verstärkt von den Klimaänderungen betroffen. Bedingt durch diese Änderungen in der Wasserversorgung wird an bestimmten Standorten die aktuelle Landnutzung zukünftig möglicherweise nicht mehr praktikabel sein und sich die natürliche Vegetation den geänderten Bedingungen anpassen.

Zur genauen Untersuchung dieser Auswirkungen des Klimawandels auf den Landschaftswasserhaushalt kommen im Forschungsprojekt KlimLandRP zwei unterschiedliche Methoden zur Anwendung:

1. Forstliche Wasserhaushaltssimulationen

Hierbei handelt es sich um einen prozessbasierten Ansatz, der speziell die Auswirkungen der Klimaänderungen auf Waldstandorte in Rheinland-Pfalz analysiert. So soll der Einfluss des Klimas bei der Bestimmung der Wasserhaushaltsstufe in der forstlichen Standortkartierung direkt integriert werden. Die Wasserhaushaltsstufe beschreibt die Wasserversorgung eines forstlichen Einzelstandortes.

Zum Einsatz kommt ein 1-D-Modellansatz auf der Basis eines Wasserhaushaltsmodells (WaSiM-ETH ; Schulla & Jasper 2007). An 23 virtuellen Standorten an der Position von DWD-Klimastationen wird für verschiedene Klimaprojektionen und unterschiedliche Randbedingungen der Wasserhaushalt modelliert. Auf diese Weise soll die zukünftige Eignung der Standorte untersucht werden, um gegebenenfalls frühzeitig Anpassungsmaßnahmen einleiten zu können.

2. Wasserbilanzansatz für gesamt Rheinland-Pfalz

Um landesweit die Auswirkungen des Klimawandels analysieren zu können, wird – zusätzlich zu dem standortbasierten Verfahren der forstlichen Wasserhaushaltsmodellierung –ein weiterer Ansatz verfolgt. Mittels des Modells STOFFBILANZ wird zunächst die Gesamtwasserbilanz für Rheinland-Pfalz berechnet und plausibilisiert. In einem weiteren Schritt wird diese Gesamtwasserbilanz für verschiedene Klimaprojektionen modelliert und anschließend die Änderung gegenüber den heutigen Bedingungen bestimmt.