Das Coaching in der Stadt Koblenz

Das Coaching zur Klimawandelanpassung wurde in der Stadt Koblenz offiziell Anfang April 2020 gestartet und endet Ende Januar 2021. Die Kick-Off-Veranstaltung fand aufgrund von Covid-19 am 22.04.2020 als Digitalveranstaltung statt. Die Veranstaltung diente zu einer ersten Sensibilisierung von Verwaltung und Politik zu Fragen des Klimawandels und der Klimawandelanpassung allgemein und für den Raum Koblenz.

Im Nachgang an dieses Treffen fand am 24.06.2020 eine Stadtbegehung statt. Hierbei wurden für das Stadtklima relevante Standorte in Koblenz aufgesucht und hinsichtlich ihrer Klimawirkung bewertet.

Am 30. und 31.07.2020 wurden in Kooperation mit der mobilen Messeinheit des Deutschen Wetterdienstes mehrere Stadtklimamessfahrten zur Erfassung relevanter Klimagrößen wie Temperatur, Einstrahlung und Luftfeuchte durchgeführt. Die Fahrten geben wertvolle Rückschlüsse auf die lokalklimatischen Bedingungen vor Ort und sollen der Stadt als Planungshilfe zur Verfügung stehen sowie die Bürger zum Thema sensibilisieren (weiterführende Informationen siehe Kapitel Messfahrten).

Am 12.09.2020 wurde ein Klimarundgang für Interessierte aus Stadt und Umland angeboten. Den Beteiligten wurden im Zuge des 2-stündigen Rundgangs Themen, wie lokale Klimawandelfolgen, stadtklimatische Aspekte wie Hitzeinseln und Kühloasen sowie die Ergebnisse der Messfahrten erklärt. Es wurden gemeinschaftlich Messungen mit Thermalkamera und Temperaturmessgeräten durchgeführt. 

In Kooperation mit dem KlimawandelanpassungsCOACH RLP und der Energieagentur RLP wird derzeit eine Leitstrategie zu Klimaschutz und Klimawandelanpassung entwickelt, welche im Januar 2021 verwaltungsintern im Kontext eines Workshops diskutiert und im Anschluss verabschiedet werden soll.

Klimawandel im Raum Koblenz

 

Der Klimawandel ist im Neuwieder Becken und in Koblenz längst angekommen und zeigt sich durch im Mittel höhere Temperaturen mit vermehrten Hitze- und Sommertagen. Die Niederschläge zeigen sowohl im Jahresmittel als auch für die Vegetationsperiode insbesondere in den jüngeren Dekaden eine Abnahme, welche zu großer Trockenheit in der Region beigetragen hat. Neben Land- und Forstwirtschaft betrifft diese Trockenheit insbesondere auch das Stadtgrün. Stadtbäume und Grünflächen zeigen vermehrt Trockenstress und fielen aus. Niederschläge in den Sommermonaten fallen zunehmend in Form konvektiver Niederschläge (teils als Starkregen), welche an Intensität zunehmen. Die Starkniederschläge induzieren Folgewirkungen wie Sturzfluten, Überschwemmungen, Hochwasser und Bodenerosion. Hinzu kommen vermehrte Niedrig- und Hochwasserereignisse entlang des Rheins und der Mosel. Im Neuwieder Becken gelegen zählt Koblenz hinsichtlich der Verwundbarkeit gegenüber Klimawandelfolgen zu den vulnerabelsten Regionen Deutschlands.  

 

Klimaprojektionen geben Auskunft über mögliche Entwicklungen des Klimas in der Zukunft. Sie sind das Ergebnis der Anwendung von Klimamodellen, die auf Basis von Emissions- und Konzentrationsszenarien Klimaveränderungen modellieren. Die folgenden Analysen beziehen sich auf die Repräsentativen Konzentrationspfade (RCP) für die Szenarien 2.6 und 8.5 und zeigen jeweils ein Ensemble aus 13 Klimaprojektionen. Die Szenarien 2.6 und 8.5 wurden ausgewählt, da sie einen Korridor der zu erwartenden Entwicklungen aufspannen.

Klimawirkungen im Raum Koblenz

 

Die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) gegenüber Klimawandelfolgen ist aufgrund der Mittelgebirgslage mit ausgeprägter Topographie hinsichtlich Starkregen, Hochwasser, Sturzfluten und Bodenerosion grundsätzlich als hoch einzuschätzen. Die Verwundbarkeit gegenüber Hitze ist im Vergleich zum Oberrheingraben als geringer einzuschätzen.