Wald und Forstwirtschaft

Die Wälder können aufgrund ihrer langen Lebensdauer von Klimaveränderungen besonders betroffen sein. Um für das Land Rheinland-Pfalz Aussagen zu Folgen und Anpassungsoptionen im Klimawandel ableiten zu können, müssen vor allem die zonalen Wälder bzw. repräsentative Waldformen, wie etwa die Buchen-(Misch-) Wälder und Kiefern-(Misch-) Wälder im Pfälzerwald, oder fichtengeprägte Wälder im Hunsrück untersucht werden. Rheinland-Pfalz ist mit einer Waldfläche von 830.000 ha (das sind etwa 42 % der Landesfläche) eines der waldreichsten Bundesländer, mit dem Pfälzerwald besitzt es zudem eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Deutschland.

Projekt: Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz (KlimLandRP)

Anpassungsoptionen an den Klimawandel zielen im Wald darauf ab, das Risiko möglichst zu minimieren und die Anpassungsfähigkeit zu wahren, bzw. erforderlichenfalls aktiv und gestaltend mehr Elastizität der Wälder zu erzielen. Im Projekt KlimLandRP wurden dazu die rheinland-pfälzischen Hauptbaumarten (Buche, Eiche, Fichte, Kiefer, Douglasie) untersucht.

Die Ergebnisse des Moduls Wald des Landesprojekts Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz (KlimLandRP) sind zusammengefasst als kompaktes Themenblatt sowie als ausführlicher Modulbericht verfügbar.

  • Themenblatt Wald » pdf
  • Modulbericht Wald » pdf
  • Waldschutz und Klimawandel » pdf

Die KlimLandRP Projektergebnisse wurden im Rahmen einer Abschlusstagung am 29.09.2011 im Hambacher Schloss in Neustadt a.D. Weinstraße präsentiert. Nachfolgend finden Sie die Präsentation des Moduls Wald: » pdf 

Weitere Themenblätter und Modulberichte stehen als Download auf der Homepage des » Kompetenzzentrums unter dem Menüpunkt Zentrale Produkte oder auf der Homepage des Projekts » KlimLandRP unter dem Menüpunkt Ergebnisse bereit.

Projekt: Nebenbaumarten im Klimawandel

Der Klimawandel kann je nach Ausprägung und Region für die in Rheinland-Pfalz vorkommenden Baumarten mit mehr oder minder großen Risiken verbunden sein. Untersuchungen im Rahmen des KlimLandRP-Projektes haben gezeigt, dass die Hauptbaumarten unterschiedlich gut an den Klimawandel angepasst sind. Vor diesem Hintergrund sind auch Baumarten von Interesse, die heute einen relativ kleinen Flächenanteil haben und eine eher untergeordnete wirtschaftliche Rolle spielen, aufgrund ihrer Potentiale jedoch künftig an Bedeutung gewinnen könnten. Die verstärkte Beteiligung geeigneter Nebenbaumarten fördert Mischwälder mit einer vielfältigen Baumartenzusammensetzung und trägt somit zu einer strategischen Risikostreuung bei. Insbesondere scheinen viele der bisherigen Nebenbaumarten dank ihrer spezifischen Eigenschaften toleranter oder anpassungsfähiger gegenüber veränderten klimatischen Verhältnissen zu sein als einige der gegenwärtigen Hauptbaumarten. Daher können ausgewählte Nebenbaumarten einen ökologischen Vorteil im Waldökosystem bekommen und in Zukunft auch wirtschaftlich attraktiv werden. 

Projekt: Waldnaturschutz

Der Wald in Rheinland-Pfalz enthält eine Vielzahl an naturschutzfachlich wertvollen und geschützten Flächen, die sich durch eine besondere Arten- und Lebensraumvielfalt auszeichnen. Infolge des Klimawandels wird erwartet, dass viele Standorte Veränderungen erfahren. Lebensräume und Arten könnten in ihrer Zu­sammensetzung und Dynamik beeinflusst werden. Die Studie zielt darauf ab, Informationen über die mögliche Betroffenheit von naturschutzrelevanten Waldlebensräumen von Rheinland-Pfalz im Zuge des Klimawandels bereitzustellen. Auf Basis der Projektion der Klimaentwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts und der daraus resultierenden Standortveränderung soll evaluiert werden, welche Waldnaturschutzobjekte bzw. Waldlebensräume landesweit am stärksten vom Klimawandel betroffen sein können. Eine Abschätzung der Dynamik bzw. Vulnerabilität von waldspezifischen Naturschutzobjekten ist ein Beitrag zur Anpassung von Pflege-/ Entwicklungszielen im Arten- und Biotopschutz. 

Projekt: Folgen von Klimaveränderungen für die Baumarten Buche und Eiche im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen

In der Studie wird an Hand der Baumart Traubeneiche auf dem Gebiet des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates „Pfälzerwald – Vosges du Nord“ erörtert, inwieweit sich die rheinland-pfälzische Methode zur Erzeugung von Klimaeignungskarten mit den elsässischen Sensibilitätskarten von BŒUF und GAUTIER (2009) vergleichen lässt bzw. inwiefern Potentiale bestehen, den Entscheidungsträgern beiderseits der Grenze in Deutschland und in Frankreich kohärente Entscheidungsgrundlagen in Bezug auf die Klimaeignung von Baumarten auf dem Gebiet des Biosphärenreservates zu unterbreiten. 

Literatur:

Schneider, S., Gautier, L., Konold, W., Matthes, U., Vasconcelos, A.C., Ehrhart, H.-P. (2014): Die Klimaeignung der Traubeneiche (Quercus petraea) – Ein Vergleich rheinland-pfälzischer und elsässischer Klimaeignungskarten auf dem Gebiet des grenzübergreifenden Biosphärenreservates Pfälzerwald - Vosges du Nord. Wissenschaftliches Jahrbuch des Grenzüberschreitenden Biosphärenreservates Pfälzerwald - Vosges du Nord = Annales Scientifiques de la Réserve de Bioshére Transfrontaliére Vosges du Nord - Pfälzerwald. Band 17 (2013-2014): 147-175