Böden sind der größte terrestrische Speicher für organischen Kohlenstoff. Mit 1550 Gigatonnen ist er mehr als doppelt so groß wie der atmosphärische Kohlenstoffspeicher. Organischer Kohlenstoff ist von grundlegender Bedeutung für die Nährstoffversorgung, das Wasserspeichervermögen von Böden und damit auch für die biologische Vielfalt sowie den globalen Kohlenstoffkreislauf. Er gelangt durch abgestorbene Vegetationsteile oder Bodenorganismen in den Boden. Der größte Teil dieses Kohlenstoffs wird von Mikroorganismen umgewandelt; nur ein geringer Anteil verbleibt im Boden und wird zu Humus. Wie groß dieser Anteil genau ist, hängt von mehreren Faktoren ab, darunter die Bodeneigenschaften, die Art des organischen Materials oder die Umweltbedingungen (z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, PH-Wert).

Kohlenstoffvorräte rheinland-pfälzischer Böden

Am Landesamt für Geologie und Bergbau in Rheinland-Pfalz liegen ca. 12.000 Analysedaten mit gemessenen Werten zum organischen Kohlenstoff von ca. 3800 Messpunkten vor. Etwas mehr als die Hälfte der Messpunkte liegt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, circa ein Drittel der Punkte auf Waldflächen und die restlichen Messpunkte in Siedlungsflächen. Mittels eines expertenbasierten Ansatzes wurden die punktbasierten Werte in die Fläche übertragen.

Ob der Abbau organischer Substanz in Böden durch Temperaturanstieg beschleunigt wird, hängt davon ab, ob ausreichend Bodenfeuchte vorhanden ist und die mikrobiellen Prozesse tatsächlich temperaturlimitiert sind (Reichstein et al. 2003). Untersuchungen in England haben gezeigt, dass hohe C-Verluste in kohlenstoffreichen Böden im Zusammenhang mit Klima­variabilität stehen könnten (Bellamy et al. 2005). Für den deutschen Raum fehlen solche Untersuchungen bislang. Eine zukünftige Häufung von Extremereignissen könnte die Pro­duktivität der Ökosysteme und damit auch die C-Zufuhr in Böden beeinträchtigen. Unter­suchungen der direkten Folgen der Hitze- und Dürrewelle 2003 zeigen für deutsche Öko­systeme eine stark reduzierte C-Aufnahme (Ciais et al. 2005). Vor allem hydromorphe Böden (Moore, Gleye, Pseudogleye) werden in Zukunft in den Sommermonaten wahrscheinlich stärker entwässert, so dass die organische Substanz dem oxidativen Abbau ausgesetzt wird.

  • Modulbericht Boden, Teil I Bodenkohlenstoff » pdf
  • Kohlenstoffvorräte rheinland-pfälzischer Grünlandböden. Posterbeitrag bei den 9.  Internationalen Grünlandtagen in St. Wendel am 18. u. 19. April 2015 » pdf
  • Berechnung und Regionalisierung von Kohlenstoffvorräten rheinland-pfälzischer Böden. Posterbeitrag bei der Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft vom 6. bis 9. September in München » PDF 

Projekt Moore – Klimawandel in Rheinland-Pfalz

Am Landesamt für Geologie und Bergbau wurde im Projekt "Moore – Klimawandel in Rheinland-Pfalz" exemplarisch für die größte Moorfläche in Rheinland-Pfalz, das Landstuhler Bruch, der Kohlenstoffvorrat auf Basis von unterschiedlichen Kartengrundlagen bestimmt.