Das Coaching in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe

Das Coaching zur Klimawandelanpassung wurde in der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe offiziell Anfang April 2020 gestartet und endet Ende Januar 2021. Während des Coaching-Zeitraums wurden Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Anpassung an Klimawandelfolgen in der VG Rhein-Nahe durchgeführt. Aufgrund von Covid-19 wurde die Auftaktveranstaltung in den Juni gelegt und fand am 15.06.2020 als Präsenzveranstaltung statt. Die Veranstaltung diente zu einer ersten Sensibilisierung von Verwaltung und Politik zu Fragen des Klimawandels und war als Austausch- und Kennlernplattform angelegt.

Ein Schwerpunkt des Coachings bildete die Integration der Klimawandelanpassung in Planungsprozesse (Bauleitplanung). Hierzu wurde am 22.09.2020 ein verwaltungsinterner Workshop durchgeführt. Der Workshop fokussierte die Möglichkeiten einer klimagerechten Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Themenschwerpunkte Hitze- und Starkregenvorsorge. Den Teilnehmern wurden Festsetzungsmöglichkeiten in Bebauungsplänen kommuniziert sowie kommunale Best-Practice-Beispiele aufgezeigt. Die Schwerpunkte beinhalteten die Themenfelder: Kalt- und Frischluftzufuhr, Gebäudegrün (z.B. Dach- und Fassadenbegrünung), Stadtgrün (z.B. Stadtbäume), Entsiegelung im öffentlichen und privaten Raum sowie die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, Regenwasserspeicherung und der Schutz vor Starkregenfolgen.

Als Mitmachaktion wurde am 27.10.2020 die Umwandlung einer geschotterten Außenanlage (ca. 130 ) der hiesigen Grundschule Heilig-Kreuz in Weiler, einem Ortsteil der VG in einen klimafreundlichen Naturgarten umgesetzt. An der Mitmachaktion nahmen über 30 Helfer teil: Grundschüler der Heilig-Kreuz-Schule, Schulleiter, VG-Mitarbeiter sowie die örtliche Naturschutzgruppe. Die Starteraktion wurde in ein pädagogisches Konzept eingebunden, so wurde gemeinsam mit den Schülern ein Insektenhotel, eine Kräuterspirale sowie ein Totholzhaufen aufgebaut. Nähere Infos siehe Presseartikel und Bilder.   

Klimawandel im Raum Rhein-Nahe

 

Der Klimawandel ist im Raum Rhein-Nahe längst angekommen und zeigt sich durch im Mittel höhere Temperaturen mit vermehrten Hitze- und Sommertagen. Die Niederschläge zeigen sowohl im Jahresmittel als auch für die Vegetationsperiode insbesondere in den jüngeren Dekaden eine Abnahme, welche zu großer Trockenheit während der Vegetationsperiode in der Region seit 2018 beigetragen hat. Neben Land- und Forstwirtschaft betrifft diese Trockenheit insbesondere auch das Stadtgrün. Stadtbäume und Grünflächen zeigen vermehrt Trockenstress und fielen aus. Niederschläge in den Sommermonaten fallen zunehmend in Form konvektiver Niederschläge (teils als Starkregen), welche an Intensität zunehmen. Die Starkniederschläge induzieren Folgewirkungen wie Sturzfluten, Überschwemmungen und Bodenerosion. Entlang des Rheins kommt es vermehrt zu Hoch- und Niedrigwasserereignissen. In Rheinhessen und im Mittelrheintal gelegen zählt die VG Rhein-Nahe hinsichtlich der Verwundbarkeit gegenüber Klimawandelfolgen zu den vulnerabelsten Regionen Deutschlands.

 

Klimaprojektionen geben Auskunft über mögliche Entwicklungen des Klimas in der Zukunft. Sie sind das Ergebnis der Anwendung von Klimamodellen, die auf Basis von Emissions- und Konzentrationsszenarien Klimaveränderungen modellieren. Die folgenden Analysen beziehen sich auf die Repräsentativen Konzentrationspfade (RCP) für die Szenarien 2.6 und 8.5 und zeigen jeweils ein Ensemble aus 13 Klimaprojektionen. Die Szenarien 2.6 und 8.5 wurden ausgewählt, da sie einen Korridor der zu erwartenden Entwicklungen aufspannen.

Klimawirkungen im Raum Rhein-Nahe

 

Die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) gegenüber Klimawandelfolgen ist aufgrund der Mittelgebirgslage mit ausgeprägter Topographie hinsichtlich Starkregen, Hochwasser, Sturzfluten und Bodenerosion grundsätzlich als hoch einzuschätzen. Die Verwundbarkeit gegenüber Hitze ist im Vergleich zum Oberrheingraben als geringer einzuschätzen.