Das Coaching in der Stadt Andernach

Das Coaching zur Klimawandelanpassung wurde in der Stadt Andernach offiziell Anfang April 2020 gestartet und endet Ende Januar 2021. Während des Coaching-Zeitraums wurden Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Anpassung an Klimawandelfolgen durchgeführt. Die Auftaktveranstaltung fand am 16.04.2020 statt. Die Veranstaltung diente zu einer ersten Sensibilisierung von Verwaltung und Politik zu Fragen des Klimawandels und war als Austausch- und Kennlernplattform angelegt.

Am 30. und 31.07.2020 wurden in Kooperation mit der mobilen Messeinheit des Deutschen Wetterdienstes Stadtklimamessfahrten zur Erfassung relevanter Klimagrößen wie Temperatur, Einstrahlung und Luftfeuchte durchgeführt. Die Fahrten geben wertvolle Rückschlüsse auf die lokalklimatischen Bedingungen vor Ort und sollen der Kommune als Planungshilfe zur Verfügung stehen sowie die Bürger zum Thema sensibilisieren (weiterführende Informationen siehe Kapitel Messfahrten).   

Ein Schwerpunkt des Coachings bildete die Integration der Klimawandelanpassung in Planungsprozesse (Bauleitplanung). Hierzu wurde am 05.08.2020 ein verwaltungsinterner Workshop durchgeführt. Der Workshop fokussierte die Möglichkeiten einer klimagerechten Stadtentwicklung unter Berücksichtigung der Themenschwerpunkte Hitze- und Starkregenvorsorge. Den Teilnehmern wurden Festsetzungsmöglichkeiten in Bebauungsplänen kommuniziert sowie kommunale Best-Practice-Beispiele aufgezeigt. Die Schwerpunkte beinhalteten die Themenfelder: Kalt- und Frischluftzufuhr, Gebäudegrün (z.B. Dach- und Fassadenbegrünung), Stadtgrün (z.B. Stadtbäume), Entsiegelung im öffentlichen und privaten Raum sowie die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, Regenwasserspeicherung und der Schutz vor Starkregenfolgen.

Weitere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, wie eine geplante Bürgerveranstaltung und eine Mitmachaktion (Umbruch eines privaten Schottergartens) wurden aufgrund von COVID19 abgesagt.

Klimawandel im Raum Andernach

 

Der Klimawandel ist im Neuwieder Becken und in Andernach längst angekommen und zeigt sich durch im Mittel höhere Temperaturen mit vermehrten Hitze- und Sommertagen. Die Niederschläge zeigen sowohl im Jahresmittel als auch für die Vegetationsperiode insbesondere in den jüngeren Dekaden eine Abnahme, welche zu großer Trockenheit in der Region beigetragen hat. Neben Land- und Forstwirtschaft betrifft diese Trockenheit insbesondere auch das Stadtgrün. Stadtbäume und Grünflächen zeigen vermehrt Trockenstress und fielen aus. Niederschläge in den Sommermonaten fallen zunehmend in Form konvektiver Niederschläge (teils als Starkregen), welche an Intensität zunehmen. Die Starkniederschläge induzieren Folgewirkungen wie Sturzfluten, Überschwemmungen, Hochwasser und Bodenerosion. Im Neuwieder Becken gelegen zählt Andernach hinsichtlich der Verwundbarkeit gegenüber Klimawandelfolgen zu den vulnerabelsten Regionen Deutschlands.  

 

Klimaprojektionen geben Auskunft über mögliche Entwicklungen des Klimas in der Zukunft. Sie sind das Ergebnis der Anwendung von Klimamodellen, die auf Basis von Emissions- und Konzentrationsszenarien Klimaveränderungen modellieren. Die folgenden Analysen beziehen sich auf die Repräsentativen Konzentrationspfade (RCP) für die Szenarien 2.6 und 8.5 und zeigen jeweils ein Ensemble aus 13 Klimaprojektionen. Die Szenarien 2.6 und 8.5 wurden ausgewählt, da sie einen Korridor der zu erwartenden Entwicklungen aufspannen.

Klimawirkungen im Raum Andernach

 

Die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) gegenüber Klimawandelfolgen ist aufgrund der Mittelgebirgslage mit ausgeprägter Topographie hinsichtlich Starkregen, Hochwasser, Sturzfluten und Bodenerosion grundsätzlich als hoch einzuschätzen. Die Verwundbarkeit gegenüber Hitze ist im Vergleich zum Oberrheingraben als geringer einzuschätzen.