Projekt: Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz (KlimLandRP)

Im Rahmen des Forschungsprojektes KlimLandRP wurden unter anderem folgende Fragestellungen zur Biodiversität untersucht:

  • Artenverbreitung – Spiegelt sich der Klimawandel bereits heute im Auftreten und der Ausbreitung von Arten wider?
  • Arealveränderung – Welche Arten werden in Zukunft Arealverschiebungen und/oder -erweiterungen erfahren?
  • Isolierte Arten – Welche Arten werden in Zukunft sehr kleine und möglicherweise auch isolierte Areale besiedeln und damit stark gefährdet sein?

Die KlimLandRP Projektergebnisse wurden im Rahmen einer Abschlusstagung am 29.09.2011 im Hambacher Schloss in Neustadt a.d. Weinstraße präsentiert. Hier die Präsentation des Moduls Biodiversität: » pdf 

Die Ergebnisse des Moduls Biodiversität des Landesprojekts Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz (KlimLandRP) sind zusammengefasst als kompaktes Themenblatt sowie als ausführlicher Modulbericht verfügbar:

  • Themenblatt Biodiversität » pdf
  • Modulbericht » pdf
 

Neophyten und Klimawandel

Der weltweite Warenverkehr und die Mobilität der Menschen gelten als Schlüsselfaktoren für die Etablierung und das Ausbreitungspotenzial gebietsfremder, invasiver Neophyten. Die Arten werden dabei über bisherige Verbreitungshindernisse verschleppt oder durch die Beseitigung von Barrieren in ihrer Weiterverbreitung begünstigt. Auch die weitere (sekundäre) Ausbreitung ist maßgeblich durch anthropogene Einflüsse geprägt. Daneben ist das Klima neben anderen Standortfaktoren eine wesentliche Einflussgröße für das Areal von Pflanzen. Da die zahlreichen, vor allem aus wärmeren Gebieten stammenden Neophyten von der Erwärmung und von höheren CO2-Gehalten profitieren, kann der Klimawandel in Deutschland – und insbesondere im wärmebegünstigen Südwesten wie in Rheinland-Pfalz – als wichtiger Antrieb für die Ausbreitung gebietsfremder Arten bzw. für biologische Invasionen gelten. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen und die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) befassen sich in Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern seit einigen Jahren mit der Thematik. Die zu verschiedenen relevanten Neophyten gewonnenen Forschungsergebnisse basieren weit überwiegend auf praktischen Problemstellungen auf der lokalen bzw. regionalen Ebene. Ziel ist es, den Akteuren und Praktikern vor Ort eine fachliche Unterstützung beim Umgang mit den verschiedenen relevanten Neophyten in unserer Landschaft zu bieten.

Folgende Publikationen und Unterlagen hat die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft zu diesem Thema veröffentlicht:

LESSMEISTER, J., THEOBALD, M., BENEDUM, W., & GRIESSEMER, G. (2010): Die Herkulesstaude – eine auffällige Hochstaudenpflanze in unserer Landschaft. In: Westrichkalender 2010: 139-147. » pdf

LESSMEISTER, J. (2010): Die Spätblühende Traubenkirsche – Studie der FAWF vor dem Abschluss. Forstinfo 1/2010: 27, 28. » pdf 

LESSMEISTER, J. (2009): Die asiatischen Staudenknötericharten – exotische Pflanzen in der Landschaft. In: Westrichkalender 2009: 226-232. » pdf 

LESSMEISTER, J., MATTHES, U., ROEDER, A. & POREMBSKI, S. (2008): Vorkommen und Ausbreitung von Fallopia japonica und Fallopia sachalinensis in Wäldern des Nordpfälzer Berglandes (Rheinland-Pfalz). In: Natur und Landschaft 7/2008: 318-324 . » pdf 

LESSMEISTER, J. (2006): Gebietsfremde Pflanzen – Asiatischer Staudenknöterich in Wäldern im Kreis Kusel. Forstinfo 4/2006: 13-15. » pdf 

 

Projekt: Ausbreitung invasiver Neophyten in Rheinland-Pfalz

In mehreren studentischen Abschlussarbeiten bzw. Fallstudien wurden an der Universität Koblenz-Landau Untersuchungen zu Vorkommen und Ausbreitungsdynamik ausgewählter invasiver Neophyten durchgeführt. Dabei wurde – soweit möglich – auch versucht, Zusammenhänge mit wahrscheinlichen klimatischen Veränderungen aufzuzeigen.

  • Neophyten – Ausbreitung invasivier Neophyten in Rheinland-Pfalz
 

Projekt: Klimawandel und Biodiversitätsschutz in Rheinland-Pfalz

Der Klimawandel hat starken Einfluss auf die Verbreitung und Häufigkeit von Arten, die Zusammensetzung von Artengemeinschaften und die Interaktionen zwischen Arten. Um eine sinnvolle Priorisierung von Anpassungsstrategien und Schutzmaßnahmen zu ermöglichen, müssen Arten, Artengemeinschaften und Lebensräume identifiziert werden, die am meisten unter der Klimaveränderung leiden werden. Dieses Projekt hat daher zum Ziel, die Sensibilität von Lebensräumen und Lebensgemeinschaften in höheren Mittelgebirgslagen bzw. auf kühl-feuchten Standorten hinsichtlich des Klimawandels zu analysieren. Zur Abschätzung ihrer Vulnerabilität (gegenwärtig und künftig) sollen insbesondere folgende Detailfragen beantwortet werden:

  • Wie gefährdet sind Lebensräume und Lebensgemeinschaften in boreo-montaner Lage und auf kühl-feuchten Standorten in Rheinland-Pfalz gegenüber dem Klimawandel?
  • Welche Auswirkungen haben eventuelle Artenverschiebungen auch auf die Lebensgemeinschaften colliner Lagen?
  • Lassen sich Klimawandelfolgen von denen des anthropogen verursachten Landschaftswandels differenzieren?
  • Welche Bedeutung kommt in dem Zusammenhang dem Biotopverbund zu?
  • Welche Bedeutung kommt dem bestehenden Netzwerk an Schutzgebieten zukünftig zu?

Prioritäre Ökosysteme sind Wald-/Offenlandökosysteme in ausgewählten Mittelgebirgslagen unter Berücksichtigung von kühl-feuchten Sonderstandorten. Besondere Lebensraumtypen sind hierbei Bergwiesen, Kaltluftseen, Blockschutthalden, Weg- und Waldränder, Bruch- und Auwälder, Flusstäler, Quellen, Moore und Feuchtgebiete sowie in diesen collinen Lagen eingestreute Xerothermstandorte.

Projekt: Klimawandel und Biodiversitätsschutz in Rheinland-Pfalz (Biogeografie, Universität Trier; Juli 2022 - Juni 2023)