Exposition

Bei Mainz wendet sich der Rhein aus der Nordrichtung nach Westen, ehe er bei Bingen in das enge Durchbruchstal durch das Rheinische Schiefergebirge fließt. Im Laufe von Jahrmillionen hat sich der Rhein 200-300 m tief in das sich hebende Rheinische Schiefergebirge eingetieft. Das Mittelrheingebiet ist deutlich in drei Teilbereiche gegliedert: die Engtalabschnitte des Oberen Mittelrheintals und Unteren Mittelrheingebiets sowie die dazwischen liegende breite Beckenlandschaft des Mittelrheinischen Beckens. Aufgrund seiner einzigartigen Ausprägung wurde das Obere Mittelheintal zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das mittelrheinische Becken ist eine intensiv landwirtschaftlich genutzte und stark siedlungsgeprägte Landschaft. Das Becken ist in seinem zentralen Teil, der Neuwieder Rheintalweitung, eben. Es steigt zu den Rändern hin an und geht dann in ein welliges bis hügeliges Gelände über. Auf den Terrassenhochflächen sind Vulkanberge prägend.

(Quelle: Naturschutz Rheinland Pfalz: Großlandschaft 29)

Sensitivität

Der mit rund 81% größte Anteil der Unternehmen im Mittelrheingebiet ist dem Dienstleistungsgewerbe zuzuordnen. Räumlichen Schwerpunkt bildet dabei die Stadt Koblenz. Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei spielen mit 3 % trotz traditioneller kulturlandschaftsprägender Funktion eine vergleichsweise geringe Rolle. Aufgrund der naturräumlichen Gegebenheiten im Kernbereich des Oberen Mittelrheintals sowie der dort vielfach vorhandenen naturschutzfachlichen Auflagen ist hier nur ein schwacher Industriebesatz zu verzeichnen.

(Quelle: Masterplan Welterbe Oberes Mittelrheintal – Herausforderungen und Visionen für die zukünftige Entwicklung, Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz)

Im Mittelrheingebiet leben rund 550.000 Menschen auf einer Fläche von 1144 qkm. Die größten Städte sind Koblenz (112.000 Einwohner), Neuwied (64.000 Einwohner), Andernach (19.000 Einwohner) und Bad-Neuenahr-Ahrweiler (27.000 Einwohner).

Anpassung

In diesem Naturraum gibt es Kommunen, die am Projekt KlimawandelAnpassungsCOACH RLP teilgenommen haben. Während der Projektlaufzeit (zwischen April 2018 und März 2021) wurden sie zum Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels beraten, auf ihrem Weg zur Anpassung begleitet und bei der Integration des Themas in Verwaltungsabläufe unterstützt. In insgesamt 15 Kommunen (Ortsgemeinden, Städten, Verbandsgemeinden und Landkreisen) wurden mit den Verwaltungen und externen Akteuren über Workshops und vertiefende Themengespräche Themenfelder eingegrenzt und Maßnahmenschwerpunkte gesetzt. In allen Kommunen wurde eine erhebliche Sensibilisierung für das Thema erreicht, viele Aktivitäten wurden angestoßen (beispielsweise die Einrichtung von Arbeitsgruppen) und einzelne Maßnahmen konnten sogar innerhalb der Beratungszeit schon umgesetzt werden. Projektträger war die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen unterstützte das Projekt als Kooperationspartner. Als Auftragnehmer fungierte das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries. Weitere Partner waren der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie das Landesamt für Umwelt (LfU RLP), die RLP AgroScience GmbH, die Gartenakademie des DLR Rheinpfalz und das Holzbau-Cluster RLP.