Exposition

Rheinhessen wird im Norden und Osten vom Rhein, im Westen ungefähr von Nahe und Alsenz begrenzt. Die Gesteine im Untergrund stammen überwiegend aus dem Tertiär. Zu dieser Zeit war das Gebiet des heutigen Rheinhessen von einem Meer bedeckt. Im frühen Tertiär wurden hier vor allem Tone und Sande abgelagert, später Kalke, die heute noch im nördlichen Teil Rheinhessens den Anstieg zum Rheinhessischen Hügelland markieren. Rheinhessen verfügt vornehmlich über fruchtbare Lössböden, aber auch Mergel mit großem Lehmanteil. Rheinhessen ist wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung das am geringsten bewaldete Gebiet in ganz Deutschland. Der nördlichste Abschnitt der Region zwischen Nackenheim und Ingelheim umfasst den sogenannten „Inselrhein“. Eine Besonderheit dieses Naturraums sind die großflächigen Dünensandgebiete mit Trockenvegetation. Im Nordwesten des Naturraums schiebt sich das Untere Nahehügelland zwischen Hunsrück und Nordpfälzer Bergland. Im Westen schließt die Untere Naheebene als weitgespannte Ebene an und vermittelt zum Rheinhessischen Tafel- und Hügelland. Beide Gebiete sind im Kern ebenfalls altbesiedeltes Kulturland und überwiegend durch Landwirtschaft und Weinbau geprägt. 

(Quelle: Naturschutz Rheinland-Pfalz: Großlandschaft 22/23)

Sensitivität

Die Region ist Teil des wirtschaftlich bedeutenden Rhein-Main-Gebiets. Viele Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben daher einen Standort in der Region. Eine besondere Bedeutung hat der Dienstleistungssektor. Auch die Bau- und Immobilien-Wirtschaft hat einen hohen Anteil an der regionalen Bruttowertschöpfung. Der Logistikbereich ist besonders durch den Flughafen Frankfurt am Main und die zentrale Anbindung an das Autobahn- und Eisenbahnnetz stark begünstigt. Die Landeshauptstadt Mainz ist ein bedeutender Wissenschaftsstandort und Sitz von vielen Landesbehörden. Rheinhessen ist mit über 26.000 Hektar Rebfläche das größte Weinbaugebiet in Deutschland. Daneben werden vor allem Zuckerrüben, aber auch Obst (hauptsächlich Äpfel), Spargel, Sonnenblumen, Getreide, Mais und Raps angebaut.

Insgesamt 640.000 Menschen leben in Rheinhessen auf einer Fläche von circa 1.500 qkm. Die größte Stadt ist die Landeshauptstadt Mainz mit über 200.000 Einwohnern.

Anpassung

In diesem Naturraum gibt es Kommunen, die am Projekt KlimawandelAnpassungsCOACH RLP teilgenommen haben. Während der Projektlaufzeit (zwischen April 2018 und März 2021) wurden sie zum Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels beraten, auf ihrem Weg zur Anpassung begleitet und bei der Integration des Themas in Verwaltungsabläufe unterstützt. In insgesamt 15 Kommunen (Ortsgemeinden, Städten, Verbandsgemeinden und Landkreisen) wurden mit den Verwaltungen und externen Akteuren über Workshops und vertiefende Themengespräche Themenfelder eingegrenzt und Maßnahmenschwerpunkte gesetzt. In allen Kommunen wurde eine erhebliche Sensibilisierung für das Thema erreicht, viele Aktivitäten wurden angestoßen (beispielsweise die Einrichtung von Arbeitsgruppen) und einzelne Maßnahmen konnten sogar innerhalb der Beratungszeit schon umgesetzt werden. Projektträger war die Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V. Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen unterstützte das Projekt als Kooperationspartner. Als Auftragnehmer fungierte das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries. Weitere Partner waren der Deutsche Wetterdienst (DWD) sowie das Landesamt für Umwelt (LfU RLP), die RLP AgroScience GmbH, die Gartenakademie des DLR Rheinpfalz und das Holzbau-Cluster RLP.