Das Coaching in der Stadt Germersheim

Das Coaching zur Klimawandelanpassung wurde in Germersheim offiziell im Mai 2019 gestartet. Am 20.08.2018 fand bereits eine erste Initialrunde mit Vertretern der Kommune in kleinem Rahmen statt. Nach der Erfassung und Bewertung der klimatischen Ausgangsposition (Vergangenheit, Ist-Zustand, Zukunft) und einer Betroffenheits- und Gefährdungsabschätzung (Vulnerabilitätsanalyse) durch den KlimawandelanpassungsCOACH erfolgten am 27.11.2019 2 Workshops zur Klimaanpassung mit insgesamt 15 Teilnehmern aus der Verwaltung und Externen. Im ersten Workshop „Hoch- und Tiefbau“ wurden u.a. folgende Inhalte diskutiert: Klimaangepasste Sanierung mit den Unterthemen „Hitzeschutz in Gebäuden“ und „ökologisch und recycelbare Dämmmaterialien“, Klimaangepasster Straßenbau mit den Themen „Beschattung von Straßen und Gehwegen“, „Stadtbegrünung“, „Wahl des Straßenbelages“ und „Versickerungsmöglichkeiten“ sowie die Betrachtung der Bauleitplanung vor dem Hintergrund des Klimawandels. Im 2. Workshop – „Bevölkerungs- und Katastrophenschutz – Menschliche Gesundheit“ wurden folgende Themen diskutiert: „Schutz vor Extremwetter“ und „Schutz vor Hitze“ sowie „Die Stadtverwaltung als Arbeitsgeber“ und „Klimaangepasste Arbeitsplätze (Hitze)“ sowie „Arbeitsnehmerschutz bei Hitze“. Im gemeinsamen Dialog wurden 15 Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Aus den Vorschlägen wurden die wichtigsten Maßnahmenvorschläge durch den AnpassungsCOACH in Steckbriefe (6) überführt.

Klimawandel im Raum Germersheim

Die Stadt Germersheim ist eine verbandsfreie Stadt sowie Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises und liegt in der Vorderpfälzischen Rheinebene. Die Stadt liegt am linken Rheinufer (in der Rheinebene), zwischen Ludwigshafen am Rhein/Mannheim und Karlsruhe, ca. 13 km südlich von Speyer. Die Vorderpfälzische Rheinebene gehört zu den Regionen mit den mildesten Wintern und den wärmsten Sommern in Deutschland bei geringen bis mäßigen Niederschlägen. Die mittleren Jahresdurchschnittstemperaturen erreichen zwischen 9 und um 11 °C; im wärmsten Monat Juli liegen die Durchschnittswerte um oder sogar knapp über 20 °C. Ursache dafür sind häufige Südwest-Wetterlagen mit Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum. Das Klima in Germersheim selbst ist, wie in der gesamten Vorderpfalz und der angrenzenden Kurpfalz, relativ mild (warme Sommer, fast schneelose Winter). Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 10,6 °C. Da die Stadt mitten im Rheingraben zwischen Pfälzer Wald und Odenwald liegt, regnet es relativ selten. Der Jahresniederschlag beträgt 715 mm. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Die Stadt weist innerstädtisch deutliche Temperaturunterschiede auf. Bei Profilmessfahrten konnten während einer Strahlungswetterlage im Juni 2019 in den Abendstunden Temperaturunterschiede von > 6 °C zwischen den kühlen Freiflächen im Umland und den überhitzten Innenstadtbereichen (z. B. Herzogplatz) ausgemacht werden.

Klimaprojektionen geben Auskunft über mögliche Entwicklungen des Klimas in der Zukunft. Sie sind das Ergebnis der Anwendung von Klimamodellen, die auf Basis von Emissions- und Konzentrationsszenarien Klimaveränderungen modellieren. Die folgenden Analysen beziehen sich auf die Repräsentativen Konzentrationspfade (RCP) für die Szenarien 4,5 und 8,5 und zeigen jeweils ein Ensemble aus 13 Klimaprojektionen. Die Szenarien 4,5 und 8,5 wurden ausgewählt, da sie einen Korridor der zu erwartenden Entwicklungen aufspannen.

Klimawirkungen im Raum Germersheim

Die Vulnerabilität (Verwundbarkeit) gegenüber Klimawandelfolgen ist aufgrund der Lage im Oberrheingraben hinsichtlich Hitze, Trockenheit, Dürre, Starkregen und Einwanderung neuer gesundheitsgefährdender Arten als hoch einzuschätzen.