Wurde der Klimawandel früher nicht als "globale Erwärmung" bezeichnet? Gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Begriffen?

Zwar wurde zunächst der Begriff  "globale Erwärmung" verwendet, um die steigende Oberflächentemperatur des Planeten zu beschreiben, jedoch umfasste er nicht alle Auswirkungen, die aus dieser "Erwärmung" resultieren, wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen. Daher wird heute "Klimawandel" als Begriff zur Beschreibung der Erwärmung und all ihrer Konsequenzen bevorzugt. [2]

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Wird der Klimawandel sich auf mich persönlich auswirken?

Wenn Sie in Europa leben, haben Sie vielleicht die Hitzewelle des Jahres 2003 erlebt oder einige der Waldbrände in Südeuropa oder einige der Überschwemmungen, die den Kontinent in den letzten Jahren heimsuchten. Zwar lässt sich unmöglich ein direkter Zusammenhang dieser Ereignisse mit dem Klimawandel beweisen, sie entsprechen aber dem, wozu laut den Wissenschaftlern der Klimawandel führt. Wahrscheinlich werden Sie in den kommenden Jahren häufiger extreme Wetterereignisse erleben, und Sie werden feststellen, dass die Versicherungsprämien zum Schutz Ihres Eigentums vor Sturmschäden steigen werden.
In den südeuropäischen Ländern wird in Zukunft mit immer weniger Niederschlägen und immer höheren Temperaturen gerechnet (z.B. in Spanien bis 2080 durchschnittlich bis zu 4,5°C mehr), während in den Ländern Nordeuropas die Temperaturen in etwas geringerem Maße zunehmen werden (um etwa 1,5-2,0°C bis 2080) und es mehr Niederschläge geben wird. Sollten Sie an der Küste leben, werden Sie vielleicht ein Ansteigen des Meeresspiegels feststellen.
Wenn Sie in der Land- oder Forstwirtschaft oder generell in der Natur arbeiten, könnten Sie auch durch andere Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein, da Vegetation und Tiere aus ihren traditionellen Lebensräumen in kühlere Klimate abwandern. Wenn Sie Ski laufen, werden Sie im Laufe der Jahre feststellen müssen, dass Skigebiete und Gletscher verschwinden. Bei der Auswahl Ihrer Urlaubsziele entscheiden Sie sich in Zukunft vielleicht für andere Orte, weil es in einigen der heute beliebten Urlaubsgebiete zu heiß oder zu unbeständig werden könnte. Wahrscheinlich werden Sie auch erleben, dass Behörden Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel treffen – zum Beispiel könnten Einrichtungen zum Schutz vor Überschwemmungen verstärkt, neue Bauvorschriften eingeführt und Landwirte ermuntert werden, auf andere Feldfrüchte umzustellen.
Wenn es ganz schlimm kommt - das heißt, wenn die Gesellschaft nicht die nötigen Maßnahmen trifft, um den Klimawandel einzudämmen, oder wenn die Entwicklung noch schlimmer verläuft, als die Wissenschaft heute vorhersagt - könnten Sie auch von einer allgemeinen wirtschaftlichen Rezession betroffen sein, und man müsste in Ihrem Land vielleicht darüber nachdenken, ob man in Konflikten um Nahrungs- und Wasserressourcen in Drittländern interveniert, ob man humanitäre Hilfe leistet und ob man Flüchtlinge aufnimmt. [2]

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Kann ein Einzelner wirklich etwas bewirken?

Der Klimawandel ist jedermanns Problem und jeder ist Teil der Lösung. Wenn wir etwas gegen den Klimawandel unternehmen wollen, muss jeder Bereich der Gesellschaft und jeder Einzelne seinen Beitrag leisten.
Zum Beispiel entfällt ein Drittel des Energieverbrauchs der EU auf Haushalte; damit sind Haushalte für rund 20 % der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. 70 % der von Haushalten verbrauchten Energie wird zum Heizen aufgewandt, 14 % zum Erwärmen von Wasser, 12 % für Beleuchtung und Elektrogeräte. Privatautos sind für weitere 10 % der Treibhausgasemissionen der EU verantwortlich. Privatpersonen kaufen außerdem Produkte, bei deren Herstellung Energie verbraucht wurde, benutzen Flugzeuge, erzeugen Müll, essen Fleisch, usw. - lauter Aktivitäten, die indirekt Treibhausgasemissionen verursachen.
Jeder von uns hat die Möglichkeit, diese Emissionen zu beeinflussen, ohne dass seine Lebensqualität dadurch beeinträchtigt wird. Er spart dabei sogar Geld! Gemeinsam können viele Einzelne beträchtliche Verringerungen der Treibhausgasemissionen erreichen.
Im breiteren Kontext wird die Gesellschaft eine Reihe von Optionen nutzen müssen, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Dazu gehören die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energiequellen, eine Steigerung der Energieeffizienz, umweltfreundlichere Methoden Energie aus fossilen Brennstoffen zu gewinnen, neue Kraftstoffe, bessere Gebäudeisolierung und, langfristig, neue saubere Technologien, wie die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (sofern der Wasserstoff mit sauberer Energie produziert wird) sowie die CO2-Abscheidung und -Lagerung (CO2-Sequestrierung). [2]

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