Genetik

Phänologie, Samengewicht, Zeitpunkt von Blattaustrieb und -fall, Holzeigenschaften, Wurzelkapazität, Kälteresistenz und Wachstumsraten unterscheiden sich beträchtlich innerhalb und zwischen verschiedenen Herkünften [4][20]. Die große genetische Variation dürfte v. a. in der großen Spanne standörtlicher Unterschiede innerhalb des Verbreitungsgebietes begründet sein [4].
Schwarznussbäume aus südlichen Provenienzen wachsen generell schneller als Bäume nördlicher Gebiete [5][6].

Hybride
Die starke geografische und genetische Differenzierung der Walnussarten bei gleichzeitiger Kreuzbarkeit untereinander bildet eine ideale Voraussetzung, Hybriden mit neuen wertvollen Eigenschaften zu erzeugen [36].
Intermedia-Hybride (Juglans nigra Juglans regia) sind eine Hybridsorte, die in Mitteleuropa als Forstbaum Bedeutung erlangt hat [14][35][50]. Die Hybride zeigen besonders auf mittleren Standorten signifikant besseres Wachstum [36] und eine geringere Anfälligkeit gegenüber Frost und Überflutung [14][33] als Juglans nigra. Zu beachten ist, dass Intermedia-Hybride oft nur wenige Nüsse erzeugen, außerdem hybridisieren die Elternarten nur befriedigend miteinander [36]. Pflanzen (Handelssorten NG 23, NG 38 und RENI) sind nur in geringem Umfang verfügbar [14]. Die Handelssorte NG 23 ist für Anbau in Baden-Württemberg am besten geeignet [17].
Gravel-Hybride (Juglans major x Juglans regia) sind in Frankreich weit verbreitet und dort die am meisten angebaute Hybridnuss [14][36]. Die Eltern hybridisieren im Gegensatz zur Intermedia-Hybride leicht, und die Handelssorte MJ 2009 steht in genügendem Umfang zur Verfügung [14].

Waldbau

Mit geeigneten Herkünften und einer an Lichtbaumarten angepassten waldbaulichen Behandlung können auf guten Standorten auch in Mitteleuropa hochwertiges Holz produziert und gute Holzerlöse erzielt werden [15][16][36], möglicherweise sogar auf geeigneten Standorten im Bergland [48].
Ein in Zukunft zu erwartender Temperaturanstieg und mildere Winter könnten eine erhöhte Vitalität und steigende Fruchterträge durch bessere Keimungs- und Etablierungsbedingungen zur Folge haben, insbesondere an den derzeitigen Arealgrenzen [25][59].
Aufgrund des tiefreichenden und weit verzweigten Wurzelwerks ist die Schwarznuss in Hanglagen zur Bodenstabilisierung geeignet [25].
Ausführliche Informationen zu Bestandsbegründung und Pflege sind in [14] und [16] zu finden.

Mischung:
In gemischten naturnahen Beständen sind die besten Ergebnisse zu erwarten [45]. Mischung wirkt sich günstig auf Astreinigung und Geradschaftigkeit aus [41]. Aufgrund der positiven Reaktion der Schwarznuss auf Stickstoffeinträge wird sie in den Vereinigten Staaten häufig zusammen mit schnellwachsenden stickstofffixierenden Bäumen angebaut [8]. Damit werden deutlich höhere Zuwächse als im Reinbestand erzielt [41][44]. Gute Erträge und Qualitäten lassen sich auch beim Anbau von Hybridnüssen in Mischung mit Pappelklonen und Schwarzerlen erzielen [42][3]. Allerdings muss die Intoleranz der Schwarznuss gegenüber Beschattung beachtet werden, weshalb sie nur mit Arten mit gleich schnellem oder langsamerem Wachstum gepflanzt werden sollte [16][45].
Beachtet werden sollte die Juglonverträglichkeit von etwaigen Mischbaumarten [41]. Die Schwarznuss hemmt durch die Produktion der Allelochemikalie die Keimung und das Wachstum anderer Pflanzen [46], [67]. Ein ausführlicher Vergleich verschiedener Pflanzen im Hinblick auf die Eignung zum Anbau in Kombination mit der Schwarznuss findet sich in [55].

Bestandesbegründung:
In Mitteleuropa ist vom Anbau frühaustreibender Provenienzen aufgrund der Spätfrostgefährdung abzuraten [18].
Für Schwarznusspflanzungen in Mitteleuropa kann auf Saatgut aus den bewährten Beständen in Breisach, Philippsburg, Straßburg, Colmar und Lampertheim zurückgegriffen werden [15]. Auch drei Handelssorten (RENI, NG23 und NG38) der Intermdia-Hybride (Juglans nigra x Juglans regia) können in begrenztem Umfang im Handel bezogen werden [14].
Erfolgreiche Naturverjüngung ist selten [51][58]. In Nordamerika entwickelt sich Naturverjüngung primär aus Vorräten, die von Hörnchen (Sciuridae) angelegt und vergessenen werden [70].
Hybridnussbäume spalten sich als F2-Generation genetisch auf, meist weist deshalb nur ein geringer Anteil der Nachkommen dieselben günstigen Wuchseigenschaften der Elternbäume auf [14].

Pflege:
Als vorbeugende Maßnahme gegenüber Frostschäden kann bei Jungbeständen ein schütterer Seiten- und Schirmschutz angebracht werden [52].
Windbremsen zur Reduzierung der Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung und Erhöhung der Lufttemperatur können die Vegetationsperiode um bis zu einen Monat verlängern und somit die Etablierungsfähigkeit von Jungpflanzen deutlich erhöhen [45].
Eine Einzäunung der Jungbestände ist nicht nötig, da die Schwarznuss als wenig verbissgefährdet gilt [3][16]. Auf Einzelschutz zur Vorbeugung von Fegeschäden sollte aber nicht verzichtet werden [16].
In den ersten zwei bis drei Jahren sind die Pflanzen empfindlich gegenüber Konkurrenzdruck durch Gräser, weshalb sie davon freigehalten werden sollten [16] [53] [70].
Es sollte frühzeitig durchforstet werden, da alle Nussarten neben Licht und Wärme viel Freiheit verlangen [16][54]. Besonders dominante und co‑dominante Bäume reagieren auf Auslichtung in der Regel mit starken Zuwachssteigerungen [70]. verhindern, da diese zu schlechterer Durchwurzelung des Unterbodens führen [26].

Biodiversität

Die Nüsse stellen eine wichtige Nahrungsquelle für Hörnchen und andere Wildtierarten dar [70]. Für Insekten scheint die Schwarznuss nicht besonders attraktiv zu sein [56].