Der Klimawandel wird sich vermutlich sowohl in positiven als auch in negativen Effekten auf die Schwarznuss (Juglans nigra) auswirken. Zunehmende Durchschnittstemperaturen und mildere Winter könnten die Wachstumsbedingungen für die Schwarznuss in Mitteleuropa verbessern. Eine erhöhte Vitalität und steigende Fruchterträge durch bessere Keimungs- und Etablierungsbedingungen, insbesondere an den derzeitigen Arealgrenzen, sind zu erwarten [25][59]. Zudem ist eine Arealausdehnung in nördlichere Gebiete [24][68] und höhere Lagen [25][31] wahrscheinlich. Ein allgemeiner Temperaturanstieg und eine damit verbundene Erhöhung der Evapotranspiration [27][29] dürfte auf gewissen Standorten aber auch zu Wassermangel und zunehmendem Trockenstress führen. Dies wiederum erhöht die Anfälligkeit gegenüber Schädlingen und Frost [22]. Mildere Winter dürften auch die Verbreitung von Pilzkrankheiten begünstigen [25] und die Abundanz von schädlichen Insekten erhöhen [1]. Die Gefährlichkeit und das Ausbreitungspotential der neuerdings auch in Europa aufgetretenen Thousand Cankers Disease [37] ist bisher nur schwer einzuschätzen. Sie birgt jedoch ein gewisses Risikopotential beim zukünftigen Anbau von Nussbäumen [10]. Die Schwarznuss wird als eine der wertvollsten Hartholzarten gehandelt [34][57]. Generell stellen sie und ihre Hybriden durch ihr wertvolles Holz und kurze Umtriebszeiten eine interessante Alternative zu heimischen Edellaubbaumarten dar [14][36]. Die Schwarznuss verträgt Konkurrenz besser als die Walnuss und ist daher für den forstlichen Anbau besser geeignet [36]. Durch die hohen Standortsansprüche der Schwarznuss und ihre Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit dürfte der flächenmäßige Anteil an sinnvollen Anbauflächen jedoch insgesamt eher begrenzt sein [14][59]. Größere Möglichkeiten bietet der Anbau von Hybrid-Sorten, da diese in der Regel weniger anspruchsvoll sind und eine höhere Resistenz gegenüber Krankheiten zeigen [15][17][36][59]. In jedem Fall sollten aber durch Früh- oder Spätfrost gefährdete Anbaugebiete [45] und trockenheitsgefährdete Standorte [14][25] gemieden werden.