Genetik

Europäische Populationen der Roteiche unterscheiden sich genetisch von heimischen, amerikanischen Populationen [7]. Die Roteiche besitzt die Fähigkeit, mit anderen Eichenarten zu hybridisieren [11].

Waldbau

In der Wuchs- und Ertragsleistung ist die Roteiche den einheimischen Eichenarten überlegen [14] [15]. Auch vielen anderen europäischen Laub- und Nadelbaumarten ist sie in der Ertragsleistung überlegen [15]. Das Holz der Roteiche ist weniger wertvoll, als das der heimischen Eichenarten [11]. Es erreicht ein Drittel geringere Nettoerlöse je Festmeter [27].
Der Anbau der Roteiche im Reinbestand ist möglich. Besser ist jedoch der Anbau im Mischbestand unter gleichaltriger Beimischung schattenertragender Laubhölzer wie Buche, Linde und Hainbuche [15]. Mit Buche lässt sich die Roteiche besonders gut mischen [14]. Zukünftig könnte die Roteiche als eventuelle Ersatzbaumart für die Stieleiche auf wechselfeuchten bzw. wechseltrockenen Standorten dienen [25]. Sie eignet sich zudem gut zur Bepflanzung von Feuerschutzstreifen, sie gewährt hier ausgezeichneten Schutz [15].

Arealentwicklung

Nach der Methode der Klimahüllen lassen sich mögliche Veränderungen des klimatisch geeigneten Areals von Baumarten darstellen. Hierbei ist immer zu bedenken, dass weitere, vielfältige klimatische, standörtliche, ökologische und biologische Parameter eine starke, oder sogar limitierende Wirkung auf das Vorkommen der Baumarten haben (können) [32]. Die Übertragung der Klimahüllen auf die rheinland-pfälzische Waldfläche für die Klimaparameter-Kombinationen Jahresmitteltemperatur x Jahresmittelniederschlag (vgl. Abbildung 4 oben) und Jahresmitteltemperatur x Niederschlag in der Vegetationszeit (vgl. Abbildung 4 unten) zeigt, relativ zum heutigen Klima, eine deutliche Abnahme der klimatisch geeigneten Landfläche im Laufe des Jahrhunderts. Für das Ende des Jahrhunderts differenzieren sich die Projektionen aus dem Model Wettreg2006 für die Emissionsszenarien A1B-trocken und A2-normal wenig. Laut den Klimahüllen für Jahresmitteltemperatur x Jahresmittelniederschlag (vgl. Abbildung 4 oben) findet die Roteiche am Ende des Jahrhunderts weiterhin günstige klimatische Bedingungen in den Höhelagen sowie am westlichen Rand von Rheinland-Pfalz. Nach den Hüllen für die Klimaparameter Jahresmitteltemperatur x Niederschlag in der Vegetationszeit (vgl. Abbildung 4 unten) findet sich, mit Ausnahme von wenigen kleinen Gebieten in Eifel und Westerwald, kein geeignetes Klima mehr für die Roteiche in Rheinland-Pfalz. 

Gebietsfremde Baumart

Trotz des generellen Unbehagens des Naturschutzes gegenüber gebietsfremden Baumarten wird die Roteiche in den meisten Fällen als unproblematisch gesehen und als nicht invasiv eingestuft [15][31]. Negative Auswirkungen auf den Standort sind bisher nicht nachweisbar. Ansätze einer ökologischen Integration sind v. a. durch die Besiedelung mit zahlreichen Pilzen, die am Anfang von Nahrungsketten stehen und zur Schaffung geeigneter Strukturen für einheimische Lebensgemeinschaften beitragen, gewährleistet [31]. Unerwünscht ist die Ausbreitung in durchgewachsenen Niederwäldern und auf Grenzstandorten, besonders in felsigen Bereichen, wo eine einheimische Felsflora verdrängt werden kann [15]. Da sie weniger als einheimische Eichen von spezialisierten Insekten angenommen wird, baut sie artenärmere Biozönosen auf [31]. Die Artenarmut der Roteiche im Reinbestand ist deutlich ausgeprägter als im Mischbestand [16].