Kurzbeschreibung

Der Indikator orientiert sich an FW-I-7 „Waldzustand“ der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS). Er wird durch folgende Parameter definiert:

Mittlere Kronenverlichtung von Fichte, Kiefer, Buche und Eiche [%].

Abbildung 1 zeigt den Grad der Kronenverlichtung der vier Hauptbaumarten in Rheinland-Pfalz (Fichte, Kiefer, Buche, Eiche) an. Der Kronenzustand wird bei jeder Baumart in unterschiedlicher Weise durch Fruktifikation, Trockenheit oder Schädlingsbefall beeinflusst. Dies wird im Folgenden detaillierter dargestellt.

Für die Fichte ist ein Zusammenhang zwischen starker Fruktifikation und stärkerer Kronenverlichtung bisher nicht eindeutig. Jüngere Fichten können positiv auf eine gute Wasserversorgung im Frühjahr reagieren (z. B. im Jahr 2016). Nadelvergilbungen waren bis in die 1980er-Jahre besonders in den Höhenlagen der Mittelgebirge häufig. Seit Mitte der 90er-Jahre jedoch rückläufig, in 2016 keine nennenswerte Vergilbung.
Bei der Buche spiegelt sich starke Fruktifikation deutlich in einer Zunahme der Kronenverlichtung wieder. Wie stark die Bäume durch diese natürliche Belastung geschädigt werden, zeigt sich erst in Folgejahren. Buchenblätter sind empfindlich gegenüber starker Sonneneinstrahlung und Ozon. Daraus resultierende Verfärbungen sind derzeit nicht quantifizierbar, daher ist es aktuell nicht möglich, abzuschätzen, wie stark die Bäume dadurch belastet sind.
Bei der Eiche ist der Fruchtbehang zum Zeitpunkt der WZE nur unzureichend abschätzbar und wird daher häufig unterschätzt. Eine Aussage zum Einfluss auf den Kronenzustand ist daher nicht möglich. Insektenfraß stellt bei der Eiche einen wichtigen Einflussfaktor dar; in 2016 wurden an 26 % der Probebäume Fraßschäden beobachtet.
Der Zapfenbehang hat bei der Kiefer keinen erkennbaren Einfluss auf den Kronenzustand. Befall durch Schaderreger kann den Kronenzustand jedoch negativ beeinflussen (z. B. Reifefraß durch Waldgärtner). Auch ein starker Mistelbefall kann einen schlechteren Kronenzustand verursachen und je nach Befallsstärke den Einzelbaum schwächen.

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