Welche Wirkung haben Klima und extreme Wetterereignisse auf die Entwicklung von Wald-Schadorganismen und in wie weit könnten sich diese Verhältnisse anhand unterschiedlicher Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts ändern?

Im Klimawandel wird sich im Wald auch die Gefährdung durch biotische Schadfaktoren verändern, weil sich z.B. die Wirt-Parasit-Verhältnisse ändern. In den letzten Jahrzehnten haben vor allem Sturmschäden in den rheinland-pfälzischen Wäldern zugenommen und häufig Insektenkalamitäten (insbesondere Borkenkäfer) nach sich gezogen. Längere Trockenperioden im Sommer wie im Extremjahr 2003 führen überdies zu Trocknisschäden und einer verminderten Widerstandsfähigkeit gegenüber biotischen Schadfaktoren. Bezogen auf Schadorganismen im Wald machen die aus der Retrospektive der jüngeren Vergangenheit aufgezeigten Beispiele deutlich, dass bereits erste Indizien über die Wirkungen eines Klimawandels auf die Entwicklung der Schadorganismen und ihr Zusammenspiel mit den Wirtsbäumen vorliegen. Ungeachtet der Diskussionen um die Frage, wie genau das Klima in einigen Jahren aussehen wird, scheint festzustehen, dass sich viele Standorte noch innerhalb der durchschnittlichen Lebenszeit eines Baumes wesentlich verwandeln werden. Damit verbunden ist auch eine Veränderung des Risikos für die Baumarten gegenüber Schadorganismen.

Ein Ansatz, sich diesem komplexen Themenfeld anzunähern, besteht in der Beschaffung von Informationen und statistischen Daten zu den in der Vergangenheit und Gegenwart relevanten biotischen und abiotischen Schadfaktoren mit Bezug zu meteorologischen Bedingungen, um dadurch eine qualitative Einwertung der Risiken durch Schadorganismen bei den Hauptbaumarten unter  verschiedenen Klimaszenarien vorzunehmen.
Vorschläge zum Monitoring und Meldewesen im Waldschutz in Bezug auf die sich aus dem Klimawandel ergebenden Erfordernisse scheinen von hoher Relevanz zu sein, um den künftigen Datenstand mit dem Ziel sichere Aussagen zu gewinnen zu verbessern. 

Weitere Einzelheiten zur Methode und detaillierte Darstellung der Ergebnisse unter Teilbericht Waldschutz und Klimawandel ab Seite 11 bzw. 14. 
 
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