Aufgrund ihrer Einflusses auf Waldökosysteme wurden die klimatischen Größen Niederschlag in der forstlichen Vegetationszeit (Indikator für die Wasserversorgung als Grundlage für das Baumwachstum) und Jahresmitteltemperatur (Indikator für die Wärmeversorgung als Grundlage für die Waldverbreitung) für eine Klimaentwicklungs-Analyse ausgewählt. Auf der Grundlage des Emissionsszenarios A1B werden die Multi-Modell Ensembleergebnisse für die beiden Leitparameter im Folgenden dargestellt.

Die Ensembledarstellung für die verschiedenen klimatischen Parameter bis zum Ende der 21. Jahrhunderts deutet auf einen ähnlichen Entwicklungstrend bei den unterschiedlichen Modellen hin. Es wird erwartet, dass die mittleren Temperaturen zunehmen und der Niederschlag in der forstlichen Vegetationsperiode abnehmen wird. Die Modelle unterscheiden sich allerdings im Ausmaß der Veränderung. Die Größenordnungen der Veränderungen können regional unterschiedliche Wirkungen entfalten. So werden die Folgen eines Niederschlagsrückgangs in heute schon trockenen Gebieten viel bedeutender sein, als in den heute noch niederschlagsreichen Regionen. Deswegen ist neben den Unterschieden im Ausmaß der Veränderungen deren differenzierte räumliche Ausprägung bei den verschiedenen Modellen bzw. Simulationen ebenso zu beachten.

Im Rahmen der bisherigen Arbeit, in der vor dem Hintergrund des Klimawandels verschiedene Wirkmodelle und Methoden angewandt wurden, war eine durchgängige Multi-Modell-Betrachtung nicht leistbar. Die Auseinandersetzung mit den Klimawandelfolgen für den Wald in Rheinland-Pfalz konzentriert sich daher auf Klimaprojektionen des Regionalmodells Wettreg2006.

Trotz der Einschränkung auf ein regionales Klimamodell entsteht bei der Verwendung von drei Emissionsszenarien und zehn Realisationen die Möglichkeit, einen Korridor aus mehreren Projektionen abzubilden, der eine mögliche künftige Klimaentwicklung in Rheinland-Pfalz bis zum Ende des Jahrhunderts darstellt. Die Analyse der Klimaentwicklung bis zum Ende des Jahrhunderts bei den verschiedenen verfügbaren Klimaprojektionen (folgende Abbildung) zeigt, dass im Mittel für Rheinland-Pfalz die Klimaprojektionen für A1B-trocken und B1-feucht eine Spannweite der möglichen Klimaentwicklung abbilden bzw. einen Klimakorridor bis zum Ende des Jahrhunderts (die drei letzten Dekaden) aufspannen. Die Projektion für A2-normal bewegt sich etwa in der Mitte und beschreibt somit einen möglichen mittleren Bereich des Klimaentwicklungskorridors. 

Einschätzungen zur Eignung, zum Wachstum oder zur Vitalität der Baumarten und Wälder von Rheinland-Pfalz wurden ebenso für den Zeitraum 2021-2050 (nahe Zukunft) durchgeführt. Trotz der oft großen Zeitspannen der Planung in der Forstwirtschaft sind Aussagen für die Mitte des Jahrhunderts wertvoll und hinsichtlich der Unsicherheit belastbarer. Weil die verschiedenen Klimaprojektionen sich für diesen Zeitraum hinsichtlich der Temperaturentwicklung nur wenig differenzieren, ist die Verwendung einer „durchschnittlichen“ Projektion möglich – A1B-normal. Obwohl weitere Parameter für die Eignung, das Wachstum oder die Vitalität von Baumarten entscheidend sein können, wird über die abgegrenzten Klimakorridore die Spannweite von möglichen Wirkungen des Klimawandels auf den Wald abgebildet, wie in der folgenden Abbildung schematisch darstellt ist. Ob ein solcher Klimakorridor auch zu einem Ergebniskorridor führen wird, hängt von der Sensibilität der nachfolgend verwendeten Verfahren und Methoden im Hinblick auf die Klimaparameter ab.

In Abhängigkeit von der erforderlichen zeitlichen und räumlichen Auflösung von Klimadaten im Rahmen der bei verschiedenen Fragestellungen verfolgten methodischen Ansätze wurden die entsprechenden Klimaprojektionen ausgewählt/verwendet.

Weitere Einzelheiten zur klimatischen Datengrundlage unter Modulbericht Wald ab Seite 34.