Hitze kann einen erheblichen Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und seine Gesundheit ausüben. Anhand der Klimaprojektionen werden in Zukunft eine Erhöhung der mittleren Jahrestemperatur, eine Verstärkung von raschen Temperaturschwankungen und eine Verstärkung von Hitzeextremen (Tropennächte) erwartet (s. Klima und Witterung). Eine Reihe von Maßnahmen können in Eigenverantwortung getroffen werden, um sich an Hitzewellen anzupassen:

  • Haus kühlen
  • Hitze meiden
  • Körper kühlen & ausreichend trinken
  • Gegenseitige Hilfe
  • Umgang mit Medikamenten
  • Verhalten bei Unwohlsein

Allgemeiner Hinweis: Während einer Hitzewelle folgen Sie den Empfehlungen der lokalen Gesundheitsbehörden!

Eine ausführliche Liste an Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei Hitze können Sie hier einsehen. 

Einfluss des Klimawandels auf die Biotropie des Wetters und die Gesundheit bzw. die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung in Deutschland

Mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biotropie des Wetters befasste sich eine aktuelle Studie des Deutschen Wetterdienstes im Auftrag des Umweltbundesamtes (Zacharias & Koppe 2015). Die Biotropie umfasst die Beeinflussung der Gesundheit, Leistungsfähigkeit und des Wohlbefindens der Menschen durch veränderte Wetterbedingungen. Biotropie-Effekte sind insbesondere durch thermische Einflussfaktoren bedingt; dazu zählen Lufttemperatur, Humidex (Index zum kombinierten Effekt von Hitze und Temperatur), Hitzewellen, rasche Temperaturänderungen und innertägliche Temperaturschwankungen. Weitere nicht-thermische Faktoren zeigen einen geringeren biotropen Einfluss, namentlich Luftdruck, Luftdruckänderungen, Windgeschwindigkeit und Sonnenscheindauer.

Grundlage für die Studie waren 19 regionale Klimamodelle für Deutschland, aggregiert auf sieben Großregionen. Für den Gesundheitssektor wurden eine systematische Literaturrecherche, eine repräsentative Wetterfühligkeitsbefragung und eigene Abschätzungen zur Beziehung Wetter-Mortalität herangezogen.

Wesentliche Informationen zu den untersuchten Einflussfaktoren und ihre erwartete zukünftige Entwicklung sind in der folgenden Tabelle gelistet:

EinflussfaktorInformation, Studien, zukünftige Entwicklung
Hitzewellen
  • länger andauernde Hitzebelastung korreliert mit einer Erhöhung der Mortalitätsrate
  • Hitzewellen werden in Zukunft häufiger erwartet, bis 2100 vermutlich bis zu 40 Tage im Jahr
Humidex
  • Index für die hygrothermische Belastung; er kombiniert die Effekte von Hitze und Feuchte
  • Humidex-Werte über 40 sind häufig mit gesundheitlichen Beschwerden verbunden
  • hohe Humidex-Werte werden in Zukunft häufiger erwartet, insbesondere im Oberrheintal mit bis zu 20 Tagen/Jahr
Rasche Temperaturschwankungen
  • rasche Temperaturänderungen beeinflussen die menschliche Gesundheit, v.a. kardiovaskuläre und Atemwegserkrankungen
  • mehr Tage mit raschen Temperaturschwankungen werden vor allem für die ferne Zukunft (bis Ende 21. Jhd.) erwartet (in den mittleren und südlichen Großregionen)
Innertägliche Temperaturschwankungen (DTR)
  • starke DTR beeinflussen kardiovaskuläre und Atemwegserkrankungen negativ
  • für die nahe Zukunft wird ein leichter Rückgang der Tage mit starken DTR erwartet, für die ferne Zukunft jedoch ein Anstieg (in den mittleren und südlichen Großregionen)
Nicht-thermische meteorologische Parameter
  • bei der Mehrheit der nicht-thermischen Faktoren wird eine Zunahme biotroper Wettersituationen erwartet
  • die Klimasignale sind häufig im Süden Deutschlands am stärksten, während für die Küstenregionen oftmals geringere oder sogar entgegengesetzte Änderungen simuliert werden

Am Beispiel der Folgen von Hitzewellentagen lassen sich deutliche Gesundheitsrisiken erkennen. So konnte in Studien bereits ein direkter Zusammenhang zu einer erhöhten Mortalität gezeigt werden (siehe Abbildung).

Um den negativen Folgen der Biotropie des Wetters aufgrund des zu erwartenden Klimawandels entgegenzuwirken, sind verschiedene Anpassungsoptionen denkbar. Zum einen kann eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit des Körpers forciert werden, z. B. durch Thermoregulationstraining und sanftes körperliches Ausdauertraining. Zum anderen sind Hitzewarnsysteme, klimaangepasstes Bauen und Verhalten sowie eine verbesserte medizinische Versorgung denkbare Strategien zur Anpassung an die biotropen Klimawandelfolgen.

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Literatur:

Zacharias, S. & Koppe, C., 2015: Einfluss des Klimawandels auf die Biotropie des Wetters und die Gesundheit bzw. die Leistungsfähigkeit der Bevölkerung in Deutschland. Umweltbundesamt - Umwelt & Gesundheit, 06/2015, 139.