Aktuelle Schäden und Schadensszenarien

Der Klimawandel bedeutet für alle Teile der Gesellschaft eine große Herausforderung. Die deutschen Versicherer stellen einen umfassenden Versicherungsschutz für die finanziellen Folgen von Schäden bereit, die durch extreme Wetterereignisse ausgelöst wurden. Eine wichtige Aufgabe der Versicherungswirtschaft ist es, Prognosen darüber zu erstellen, welche Schäden zukünftig durch Naturgewalten entstehen könnten und ob die Versicherer in der Lage sind, sie zu akzeptablen Preisen für den Kunden zu versichern. Um diese Fragen beantworten zu können, hat die Versicherungswirtschaft zusammen mit führenden Klimaforschern eine Klimastudie durchgeführt (www.gdv.de/klimawandel). Darin werden die wetterbedingten Schäden der letzten Jahrzehnte mit unterschiedlichen Klimamodellen verknüpft und erstmals konkrete Schadensszenarien für die Zukunft bis zum Jahr 2100 ermittelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf den in Deutschland am häufigsten auftretenden Naturereignissen Sturm, Hagel und Hochwasser.

Risikozonen in Deutschland für elementare Naturereignisse

Im Rahmen der Klimastudie wurden Daten zu elementaren Naturereignissen ausgewertet. Für große Teile Deutschlands besteht gegenwärtig nur ein mäßiges Risiko für Blitz- und Überspannungsschäden. Regionen mit einem zum Teil sehr hohen Risiko sind dagegen die südöstlichen Mittelgebirge, insbesondere der Bayerische Wald. In Rheinland-Pfalz ist vor allem der (nord)westliche Bereich eine Zone erhöhten Risikos

Die Risikozonen für Sturm und Hagel konzentrieren sich auf den nahezu gesamten westlichen und nordwestlichen Rand Deutschlands sowie auf die Alpen und das Alpenvorland. In Rheinland-Pfalz sind der westliche Teil und Regionen im südlichen Landesteil Zonen mit einem mittleren bis leicht erhöhten Risiko.

Die nach Stadt- und Landkreisen für den Zeitraum 1999-2013 differenzierte Statistik zur Erdblitzdichte belegt, dass Rheinland-Pfalz innerhalb Deutschlands zusammen mit großen Teilen Baden-Württembergs, südlich gelegenen Regionen in Bayern (entlang der Alpen), der westlichen Hälfte Hessens und dem Erzgebirge in Sachsen zu den Regionen mit erhöhtem Blitzgeschehen gehört. Allerdings variiert die Blitzdichte in Rheinland-Pfalz räumlich. Hohe Dichten wurden vor allem im Rheintal, in Rheinhessen und im Saar-Nahe-Bergland festgestellt.

Beispiel Wohngebäudeschäden durch Wintersturm Xynthia

Auf extreme Wetterereignisse zurückgehende Schäden sind je nach Ereignis regional unterschiedlich verteilt. So hat der Sturm Xynthia im Februar 2010 vor allem Rheinland-Pfalz erheblich getroffen. Allein 80-90 % des Gesamtschadenaufwandes in Deutschland für Wohngebäudeschäden in Höhe von 367 Mio. € entfielen auf Rheinland-Pfalz. Mit der Zunahme der versicherten Sachwerte steigen auch die Leistungen der Versicherer stetig.