Exposition

Naturraum

Die Vorderpfalz ist Teil der Nördlichen Oberrheinischen Tiefebene und wird vom Rhein im Osten und dem Haardtrand im Westen begrenzt. Die Vorderpfalz gliedert sich in das Hügelland an der Weinstraße, die eigentliche Rheinebene und die Rheinniederung. Die Rheinniederung ist der Bereich, in dem der Rhein in früheren Zeiten seine Flussläufe hatte, ehe er im 19. Jahrhundert reguliert wurde. Der Übergang ist teilweise deutlich als Hochufer von bis zu 7 m Höhe zu erkennen. In der Rheinniederung wird an vielen Stellen Kies oder Sand abgebaut, wodurch zahlreiche Baggerseen entstanden sind bzw. Altrheinarme vergrößert wurden. Im südlichen Teil der Vorderpfalz finden sich auf Schwemmfächern zwischen dem Pfälzerwald und der Rheinniederung größere Waldflächen. Hier eignen sich die überwiegend sandigen Böden nicht für den Ackerbau. Dem gegenüber findet auf den fruchtbaren Lössböden der Rheinebene eine intensive landwirtschaftliche Nutzung statt, welche vorwiegend aus Gemüse- und Hackfruchtanbau besteht.

Klimawandel

Die Vorderpfalz gehört zu den Regionen mit den mildesten Wintern und den wärmsten Sommern in Deutschland bei geringen bis mäßigen Niederschlägen. Die mittleren Jahresdurchschnittstemperaturen erreichen zwischen 9 und um 11 °C; im wärmsten Monat Juli liegen die Durchschnittswerte um oder sogar knapp über 20 °C. Ursache dafür sind häufige Südwest-Wetterlagen mit Luftmassen aus dem westlichen Mittelmeerraum. Föhn-Effekte durch absinkende Luft an der westlichen Grabenbruchkante können zusätzliche Temperaturerhöhungen bewirken. Die Niederschläge betragen dagegen nur zwischen 490 und 850 mm. Viele landwirtschaftliche Flächen müssen daher bewässert werden.

Auswahl Klimadiagramme 1971-2000

Durch Klick auf den Stationsnamen wird das Klimadiagramm der jeweiligen Klimastation für den Zeitraum 1971 bis 2000 angezeigt.

Zeitreihen



Zukunftsprojektion

Weitere Informationen zum Klima und zum Klimawandel in der Region Vorderpfalz finden Sie unter der Rubrik Daten & Fakten. Bitte wählen Sie unter dem Menüpunkt Region: Oberrheintiefland.

Sensitivität

Landnutzung

Ackerland

Grünland

Weinbau

Obstbau

Laubwald

Nadelwald

Mischwald

Siedlung

66.329 ha

16.224 ha

22.224 ha

1.539 ha

15.152 ha

9.128 ha

7.339 ha

26.786 ha

(38,7 %)

(9,5 %)

(13,0 %)

(1,0 %)

(9,1 %)

(8,8 %)

(4,3 %)

(15,6 %)



Wirtschaft

Die Ebene wird geprägt von Streuobstwiesen, Obst- und Gemüseanbau und auch von kleinen Waldflächen. Die Vorderpfalz ist Teil der sogenannten „Blauen Europa-Banane“, einer europäischen Wirtschafts- und Entwicklungszone, die von der Irischen See bis zum Mittelmeer reicht. In der dicht besiedelten Rheinebene ist die Metropolregion Rhein-Neckar mit Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg eine bedeutende Wirtschaftsregion. Beiderseits der Weinstraße erstrecken sich die Weinberge des pfälzischen Weinbaugebiets.

Über 898.000 Menschen leben auf einer Fläche von 1700 qkm im Naturraum Vorderpfalz. Die größten Städte sind Ludwigshafen (165.000 EW), Worms (82.000 EW), Neustadt an der Weinstraße (53.000 EW), Speyer (50.000 EW), Frankenthal (48.000 EW) und Landau (45.000 EW).

Wichtige Handlungsfelder

In der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel sind 14 sektorbezogene Handlungsfelder beschrieben, die bei der Anpassung an den Klimawandel von Bedeutung sind. Viele Handlungsfelder sind für alle Regionen in Rheinland-Pfalz gleichermaßen relevant. Im Folgenden werden aufgrund der oben genannten Punkte nur für Ihre Region besonders wichtige Handlungsfelder genannt:

Vorkommen von Anopheles-Mücken angrenzend an Rheinland-Pfalz

In Trebur (Hessen) wurden im Jahr 2012 verschiedene Anopheles-Mückenarten nachgewiesen: Anopheles maculipennis, An. messeae und An. daciae (Kronefeld et al., Parasites & Vectors 2012, 5: 250, doi: 10.1186/1756-3305-5-250). Diese Mücken können Überträger verschiedener Krankheiten sein. Neben der Übertragung der Malaria-Erreger (Plasmodien) können sie auch Wirte verschiedener Viren sein, zum Beispiel West-Nil-, Sindbis- oder Batai-Virus. Anopheles-Mücken sind auch bekannte Überträger von Hundekrankheiten durch Fadenwürmer der Gattung Dirofilaria (D. immitis, D. repens). In Eggenstein-Leopoldshafen wurde D. repens in der Mückenart Anopheles daciae nachgewiesen (Kronefeld et al., Parasites & Vectors 2014, 7:30). Der Klimawandel kann die Entwicklungsbedingungen für Mückenlarven durch die Zunahme von Starkregenereignissen mit nachfolgend warm-trockenem Wetter verbessern. Die Verbreitung der Krankheitserreger ist jedoch maßgeblich durch die Wirte bestimmt, daher hat der Klimawandel hier vermutlich keinen Einfluss.

Vorderpfalz