Projekt: KlimawandeLernen RLP – Baugesetzbuch

Das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen war Kooperationspartner im Projekt "KlimawandeLernen – Rheinland-Pfalz – Baugesetzbuch". Das Projekt lief von Januar 2015 – Mai 2017 unter der Leitung  der Stiftung für Ökologie und Demokratie. Gefördert wurde es über das „Förderprogramm für Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ (Förderschwerpunkt 2: Entwicklung von Bildungsmodulen zu Klimawandel und Klimaanpassung) des Bundesumweltministeriums.

Das zentrale Ziel der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) ist, die „systematische Berücksichtigung der Risiken und Chancen des Klimawandels in den Planungs- und Entscheidungsprozessen öffentlicher wie privater Akteure anzuregen und zu unterstützen“. 

Auch wenn Experten bereits Strategien für die Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen entwickelt haben, muss deren Notwendigkeit für Rheinland-Pfalz und seine Regionen noch stärker an Politik, Entscheidungsträger in Kommunen und Öffentlichkeit herangetragen und vermittelt werden. Das Projekt  „KlimawandeLernen RLP – BauGB“ hatte das Ziel, die Anpassungsfähigkeit der gesellschaftlichen Akteure in Kommunen und verwaltungsnahen Einrichtungen innerhalb des Bundeslandes Rheinland-Pfalz auf der regionalen und lokalen Ebene zu stärken. Zielgruppe waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verwaltungen und Multiplikatoren/Experten, die sich aufgrund ihrer Funktion und ihres Aufgabenbereiches mit Klimawandelfolgen befassen und (lokale und regionale) Lösungen für Anpassungsstrategien erarbeiten. Anschließend an eine Bildungsbedarfsanalyse sollte ein berufliches Fort- und Weiterbildungsangebot für Akteure der lokalen, kommunalen und regionalen Ebene, die innerhalb ihres Aufgabenbereiches mit dem Baugesetzbuch arbeiten und rechtliche Vorgaben umsetzen müssen, entwickelt werden.

  • Broschüre zur Sensibilisierung der Verwaltung » pdf
  • Abschlussbroschüre des Projekts » pdf

In Rheinland-Pfalz ist die Integration des Themas Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Bauleitplanung der kommunalen Verwaltungen trotz der Novellierungen des Baugesetzbuches (BauGB) 2011 und 2013 bisher nur in wenigen Fällen umgesetzt. Um die Situation zu verbessern, wurde das Projekt „KlimawandeLernen RLP BauGB“ zur Weiterbildung kommunaler Bediensteter im Tätigkeitsbereich Bauleitplanung initiiert. Innerhalb des Projektes wurde ein Schulungsangebot erarbeitet, welches den Teilnehmenden Handlungswissen und Methodenkompetenz im Umgang mit Klimawandelanpassungsmaßnahmen vermittelte. Als didaktisches Konzept wurde die Form des Blended-Learning gewählt, welches einen Wechsel von Online- und Präsenzphasen darstellt. Diese Lernform wurde mit kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bisher nicht erprobt und hatte daher Pilotcharakter.

Die Auftaktveranstaltung im Januar 2016 bot ausführliche Informationen zum Projekt, zum Schulungsangebot und eine Einführung in die Thematik Klimawandel – Folgen – Anpassung. Von Mai bis November erfolgte die Schulung von 11 Teilnehmer/Innen, deren Tätigkeitsschwerpunkte sehr heterogen waren. In vier Online-Phasen wurden Aufgaben unter freier Zeiteinteilung alleine oder in Gruppen bearbeitet und in den jeweils anschließenden Präsenzveranstaltungen vorgestellt und diskutiert.

Folgende Bausteine bildeten die Grundlage der Schulungsinhalte:   

  • LE1 ‐ Grundlagen: Kommune, Klima und Komplexität (Grundlagen und Begriffsdefinitionen, Diskussion der Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimawandel)   
  • LE2 ‐ BauGB: Pflichten und Potenziale (Möglichkeiten und Pflichten der Klimawandelanpassung im Rahmen kommunaler Bauleitplanung)   
  • LE3 ‐ Status Quo: Risiko‐ und Optionsanalyse (Anwendung von Informationssystemen und Analyseinstrumenten, Identifikation geeigneter Maßnahmen)   
  • LE4 ‐ Adaption: Kommunen auf dem Weg (Best‐Practice‐Beispiele, Gruppenpraxisphase, Konzeptentwicklung, Strategien zur lokalen Anpassung)   
  • LE5 ‐ Kompetenz: Verstetigung und Multiplikation (Information und Prozessintegration von Verwaltung, Politik und Bürgerschaft)

Die Online-Phasen des Seminars wurden mit Hilfe der Online-Lernumgebung OpenOLAT (Online Learning and Training) des Virtuellen Campus Rheinland-Pfalz (VCRP) durchgeführt. Über die Lernplattform wurden die Aufgabenstellungen und Literatur bereitgestellt. Zusätzlich standen themenspezifische Diskussionsforen zum informellen Austausch zur Verfügung. Außerdem konnte das „kwis-QUIZ“ über die Lernplattform bearbeitet werden; ein speziell für das Seminar entwickeltes Online-Quiz zum Kennenlernen des Klimawandelinformationssystems kwis-RLP zur Einführung in die Thematik Klimawandel und Klimawandelfolgen. Im Verlauf des Seminars erstellten die Teilnehmenden eigene Posterbeiträge, testeten vorhandene Werkzeuge als Unterstützung zur Klimaanpassung im Planungsprozess und entwickelten eigene Ideen und Konzepte zu möglichen Hilfestellungen. Eine Gruppe erarbeitete den Entwurf eines Quicktools als Hilfestellung für kleinere Kommunen zur Erstellung von Klimaanpassungskonzepten in der Bauleitplanung. Eine zweite Gruppe stellte eine Broschüre zur Sensibilisierung in der Verwaltung zusammen, welche eine Einstiegshilfe für vorhandene Leitfäden und Praxishilfen darstellt.

In der Transfertagung am 26. April 2017 wurden die Inhalte des Projektes der Öffentlichkeit präsentiert und weiterführende Informationen zum Klimawandel durch Experten vorgestellt. Umweltministerin Höfken bereicherte die Tagung durch einen Vortrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung im Licht von Paris und Marrakesch. Darüber hinaus wurde der Transfer zwischen Klimawandelanpassung, Baugesetzbuch und erforderlicher Rahmenbedingungen in einer Talkrunde zwischen zwei Seminarteilnehmerinnen und Experten zum Thema Klimawandel diskutiert.

 

 

 

Projektleitung

Stiftung für Ökologie und Demokratie e.V.

 Siemensring 54
 76761 Rülzheim

Fördermittelgeber

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit